ALEX
Historische Rechts- und Gesetzestexte Online

ALEX umfasst digitalisierte historische österreichische Rechts- und Gesetzestexte. Neben den gesamtstaatlichen Gesetzblättern stehen die Landesgesetzblätter, die Justizgesetzsammlung, die Stenographischen Protokolle und das Deutsche Reichsgesetzblatt zur Verfügung.

Der Christbaum in ALEX

Leuchterbaum, Vorläufer des Christbaums, 13.12.1954. US 12.623/3 / Bildarchiv Austria / ÖNB.

Der Christbaum gehört für viele zum festen Bestandteil der Weihnachtszeit. Nachdem im Laufe des 19. Jahrhunderts dieser Brauch immer populärer wurde und entsprechend viele Bäume benötigt wurden, griff Anfang des 20. Jahrhunderts der Gesetzgeber ein. Der älteste Rechtstext der sich in ALEX zum Thema Christbaum findet ist ein Landesgesetz Mährens aus dem Jahr 1907 und betrifft den Verkauf von Christbäumen. Ziel war es „den Beschädigungen der Wälder durch Entwendung von Christbäumen zu begegnen“. Ein sogenannter Ursprungsschein sollte sicherstellen, dass es sich bei den verkauften Christbäumen nicht um illegal gefällte Bäume handelte. Bezüglich des Strafrahmens hieß es in §6: „Übertretungen dieser Verordnung werden … mit Geldstrafen von 2 bis 200 K[ronen] oder mit Arrest von 6 Stunden bis 14 Tagen bestraft.“ Verordnungen mit fast gleichem Wortlaut wurden daraufhin in mehreren Teilen der Monarchie erlassen: 1908 in Schlesien, 1909 in Oberösterreich, 1910 in der Steiermark und 1911 in Galizien.
Der Gesetzgeber griff aber auch in die Preisgestaltung regulierend ein. 1916 wurde im Reichsgesetzblatt 404 festgelegt, dass „ [d]ie politischen Landesbehörden und mit deren Zustimmung die politischen Behörden erster Instanz ermächtigt [sind]“ Höchstpreise vorzuschreiben. Von diesem Recht machte beispielsweise Böhmen Gebrauch. Der Höchstpreis war einerseits nach der Höhe des Baumes gestaffelt. Gleichzeitig variierte dieser je nachdem, ob der Baum in einer Stadt oder am Land angeboten wurde. Beispielsweise durfte ein Christbaum mit mehr als vier Meter Höhe in Prag nicht mehr als 10 Kronen kosten, während ein Baum der keinen ganzen Meter maß nicht mehr als 60 Heller kosten durfte. Auch Mähren legte Preisobergrenzen fest, wobei extra ausgeführt wurde, dass „[d]as unten unbeastete Stammende, sowie auch der letzte heurige Längentrieb … nicht mitzumessen“ sind. Gemäß dem Gesetzestext konnten auch Bezirke bzw. Magistrate Preise für Christbäume festlegen, was der Stadtmagistrat von Ljubljana/Laibach auch tat.