ALEX
Historische Rechts- und Gesetzestexte Online

ALEX umfasst digitalisierte historische österreichische Rechts- und Gesetzestexte. Neben den gesamtstaatlichen Gesetzblättern stehen die Landesgesetzblätter, die Justizgesetzsammlung, die Stenographischen Protokolle und das Deutsche Reichsgesetzblatt zur Verfügung.

Tavernenrecht

Bildquelle: „Ausgsteckt is‘“. ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung (POR). Signatur: OEGZ/B5/2442/9.

Wo und wann Wein zum sofortigen Konsum verkauft werden darf, wurde in Österreich bereits im 18. Jahrhundert streng geregelt. Wie die Interessen der Gaststätten mit Tafernrecht geschützt wurden, erfährt man aus dem Theresianischen Gesetzbuch (S. 416, Nro. 1104.), das eine „Sammlung aller k. k. Verordnungen und Gesetze“ zwischen 1740 und 1780 verkörpert. Im Handbuch aller k. und k. Gesetze von 1780 bis 1784 beauftragte Kaiser Joseph II. alle Klostergeistlichen, dass sie ihren selbst produzierten Wein möglichst außerhalb des Klosters verschleißen und mit dem Ausschank weltliche Kellner beauftragen (S. 107-108, Nro. 16.) sollten. Ein ALEX-Leser hat uns auf die Kundmachung (S. 73, Nro 8.) im Gesetz- und Verordnungsblatt für das österreichisch-illirische Küstenland aufmerksam gemacht, welche regelt, dass Weinproduzenten ihr eigenes Produkt sowohl an ihren Wohnsitz als auch am Herstellungsort rund um das Jahr verkaufen dürfen. Der vorletzte Punkt der Kundmachung besagt allerdings, dass die Gäste nicht bekocht bzw. beherbergt werden dürfen. Für die Eröffnung von Buschenschenken auf Marktplätzen brauchten die Winzer weiterhin einen eigenen Erlaubnisschein.